Hallstatt - Gesamtansicht, oesterreich
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Schule fürs Kind

Österreich hat keine Deutsche Auslandsschule und keine Deutsch-Profil-Schule – nicht aus Mangel, sondern weil es sie nicht braucht. Dein Kind besucht das reguläre österreichische Schulsystem, auf Deutsch, wie jedes andere Kind auch. Die eigentliche Schwierigkeit ist genau das: Weil nichts fremd aussieht, fällt niemand auf die Unterschiede auf, die trotzdem da sind.

Kein ZfA-Netz, weil es keins braucht

Auf der ZfA-Weltkarte der Deutschen Auslandsschulen und in der Liste der Deutsch-Profil-Schulen taucht Österreich nicht auf – als einziges deutschsprachiges Land dieses Guides überhaupt kein Eintrag. Der Grund ist rechtlich, nicht organisatorisch: Nach Artikel 14 Absatz 6 des Bundes-Verfassungsgesetzes muss der Besuch der öffentlichen Schule „ohne Unterschied der Geburt, des Geschlechtes, der Rasse, des Standes, der Klasse, der Sprache und des Bekenntnisses“ offenstehen. Dein Kind hat damit denselben Zugang zu Volksschule, Mittelschule und Gymnasium wie ein österreichisches Kind – Anmeldung läuft direkt über die jeweilige Schule, Details dazu auf oesterreich.gv.at.

Eine Notenskala weniger

In Österreich gibt es fünf Schulnoten statt sechs: Sehr gut (1), Gut (2), Befriedigend (3), Genügend (4), Nicht genügend (5) – festgelegt in § 18 des Schulunterrichtsgesetzes. Deutschland kennt zusätzlich die 5 „Mangelhaft“ zwischen dem österreichischen „Genügend“ und der endgültig nicht bestandenen Note. Praktisch heißt das: Was in Deutschland als schwache Vier oder knappe Fünf noch auffällt, landet in Österreich in einem einzigen „Genügend“ – Notenzeugnisse aus beiden Ländern sind deshalb nicht eins-zu-eins vergleichbar, was bei einem Schulwechsel in beide Richtungen zu Rückfragen führen kann.

Ferien: meist einheitlich, zweimal im Jahr gestaffelt

Herbst-, Weihnachts-, Oster- und Pfingstferien gelten bundesweit am selben Tag – das unterscheidet Österreich deutlich von Deutschland, wo jedes Bundesland eigene Termine ansetzt. Nur zweimal im Jahr weicht das ab, und dann nach einem einzigen, vom Bildungsministerium festgelegten Plan statt 16 einzeln verhandelten Länderkalendern: Die Semesterferien laufen in drei Wellen zu je einer Woche (Niederösterreich und Wien zuerst, dann Burgenland und Kärnten, zuletzt der Westen und Süden), die Sommerferien in zwei Wellen mit einer Woche Abstand.

Ferien 2026/27ZeitraumBundesländer
Semesterferien, 1. Welle1.–6.2.2027Niederösterreich, Wien
Semesterferien, 2. Welle8.–13.2.2027Burgenland, Kärnten
Semesterferien, 3. Welle15.–20.2.2027Oberösterreich, Steiermark, Salzburg, Tirol, Vorarlberg
Sommerferien, 1. Welle3.7.–5.9.2027Burgenland, Niederösterreich, Wien
Sommerferien, 2. Welle10.7.–12.9.2027Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg

Falls doch eine internationale Schule gesucht ist

Für einen befristeten Aufenthalt oder wenn das Kind mitten im IB-Programm steckt, gibt es in Wien zwei etablierte englischsprachige Alternativen zum staatlichen System: die American International School Vienna (Vorschule bis High School, IB Diploma Programme) und die Vienna International School (IB von der Vorschule bis zur Oberstufe, mit Deutsch als Pflichtfach). Beide sind reguläre Privatschulen mit Schulgeld – kein ZfA-Programm und keine deutschen Abschlüsse, sondern ein eigener, kostenpflichtiger Weg neben dem kostenlosen österreichischen Regelsystem.

Wie es bei anderen lief

Für Österreich hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.

Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.

Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.