Einwanderung läuft über ein Punktesystem (Express Entry), das Qualifikation und Sprachkenntnisse bewertet – planbar, aber mit Vorlauf.
Nicht einfach so. Anders als in der EU brauchst du vor dem Umzug einen Aufenthaltstitel – als Fachkraft meist über Express Entry, über ein Provinzprogramm oder mit einem Arbeitgeber. Zwischen 18 und 35 ist Working Holiday der leichteste Einstieg: bis zu zwölf Monate, zweimal in verschiedenen Kategorien, aber kein Daueraufenthalt.
Das Leben im Vergleich zu Deutschland
| Deutschland | Kanada | |
|---|---|---|
| Sprache | Deutsch | Englisch · Französisch |
| Mit Englisch durchkommen | Meist ja | Meist ja |
| Lebenshaltung | Bezugsgröße | ≈ DE-Niveau+ |
| Klima | 🍂 4 Jahreszeiten | 🍂 4 Jahreszeiten |
| Visum für Deutsche | — | Ja, für einen dauerhaften Umzug |
| Hinziehen | Zu Hause | Punktesystem |
| Deutsche Kasse als Rentner | Ja | Nein, eigene Versicherung nötig |
| Entfernung ab Berlin | — | 6.739 km Luftlinie · ca. 9,5 h Flug |

Visum und Aufenthaltsgenehmigung
Es Visum und Aufenthalt nach Kanada: der ganze Ablauf
Arbeiten in Kanada
Für Arbeit brauchst du ein Visum, das sie ausdrücklich erlaubt. Wo du offiziell suchst und was mit deinem Abschluss ist, steht unter Arbeiten im Ausland.
Nachteile beim Auswandern nach Kanada
- Kein Aufenthaltsrecht wie in der EU: Du brauchst vor dem Umzug einen Titel, und Express Entry ist ein Wettbewerb um Punkte, kein Antrag mit sicherem Ergebnis.
- Ohne Jobangebot verlangt Express Entry einen Geldnachweis – für eine Person 15.263 kanadische Dollar.
- Die Krankenversicherung ist Sache der Provinz, und manche lassen Neuankömmlinge erst nach einer Wartezeit hinein.
- Hohe Mieten in Toronto und Vancouver, lange kalte Winter.
Impfungen: Keine besonderen Reiseimpfungen nötig; Standardimpfungen auffrischen reicht. Allgemeine Empfehlung, kein Ersatz für eine individuelle reisemedizinische Beratung.
Kurz beantwortet
Welche Voraussetzungen gelten für die Auswanderung nach Kanada?
Für Express Entry zählen vor allem Sprachtest, Berufserfahrung, anerkannter Abschluss und Alter – daraus entsteht deine Punktzahl. Ohne Jobangebot musst du zusätzlich Geld nachweisen, und eine Einladung bekommst du nur, wenn deine Punktzahl in der Ziehung reicht.
Wie viel Geld braucht man, um nach Kanada auszuwandern?
Für Express Entry ohne Jobangebot verlangt IRCC einen Geldnachweis von 15.263 kanadischen Dollar für eine Person, 19.001 für zwei und 28.362 für vier (Stand der Tabelle: 7. Juli 2025). Mit gültigem Jobangebot oder über die Canadian Experience Class entfällt er.
Was sind die Nachteile, nach Kanada auszuwandern?
Der Weg ist lang und unsicher, weil es kein Aufenthaltsrecht wie in der EU gibt. Die Krankenversicherung regelt jede Provinz selbst, mit teils mehreren Wochen Wartezeit für Neuankömmlinge. Dazu kommen hohe Mieten in Toronto und Vancouver und lange Winter.
Videos über das Leben in Kanada
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Der Weg dorthin, Kapitel für Kapitel
Von uns · 11 KapitelDer ausführliche Kanada-GuideJede Behörde mit Frist und Unterlagen, realistischer Zeitplan und die Kosten, die in keinem Rechner stehen- 1Realistischer ZeitplanKanada verlangt den längsten Vorlauf aller beliebten Ziele. Nicht weil die Behörden langsam wären, sondern weil die Schritte aufeinander aufbauen: ohne Sprachtest keine Punktzahl, ohne Zeugnisbewertung keine Punkte für dein Studium, ohne beides kein Profil. Wer im Januar anfängt, fliegt selten im selben Jahr.
- 2Der Weg hinein: vier TürenEs gibt nicht „das kanadische Visum“, sondern mehrere Wege mit ganz verschiedenen Voraussetzungen. Welcher deiner ist, entscheidet sich an Alter, Beruf, Sprache und daran, ob du schon einen Arbeitgeber hast. Die Wege schließen sich nicht aus – viele fangen mit einer befristeten Arbeitserlaubnis an und wechseln später auf den Daueraufenthalt.
- 3Was der Weg kostetDie laufenden Lebenshaltungskosten vergleichst du auf auswandern.de/kosten. Dieses Kapitel behandelt die andere Hälfte: was der WEG kostet. Die amtlichen Gebühren sind überschaubar und stehen offen im Netz – teuer wird Kanada an zwei Stellen, die in keiner Gebührenordnung stehen: bei den Ersparnissen, die du für den Antrag nachweisen musst, und bei den Wochen ohne Krankenversicherung, wenn deine Provinz eine Wartezeit hat.
- 4Wohnung findenDer kanadische Mietmarkt ist in den großen Städten eng und teuer, und er funktioniert anders als der deutsche: Vermieter fragen nach einer Kreditauskunft, die du als Neuankömmling nicht hast. Das ist die eigentliche Hürde – nicht der Preis, sondern der Nachweis, dass du zahlen wirst.
- 5BankkontoDas Konto ist der einfachste Schritt des ganzen Umzugs – und der einzige, bei dem dir das Gesetz ausdrücklich zur Seite steht. Eine Bank darf dich nicht ablehnen, weil du neu im Land bist, keinen Job hast oder noch nichts einzahlen kannst.
- 6Krankenversicherung: Sache der ProvinzKanada hat keine nationale Krankenversicherung, sondern dreizehn. Jede Provinz und jedes Territorium führt ein eigenes System, und die Unterschiede sind für Neuankömmlinge nicht akademisch: In Ontario bist du ab dem ersten Tag versichert, in British Columbia erst nach rund drei Monaten.
- 7SteuernSteuerpflichtig wirst du in Kanada nicht durch einen Antrag, sondern durch dein Leben dort: Sobald du genug Bindungen hast – Wohnung, Familie, Konto –, bist du ansässig, und zwar rückwirkend ab dem ersten Tag. Was du davor im Ausland verdient hast, bleibt außen vor.
- 8AlltagDie Dinge, die niemand plant und die trotzdem jeden treffen: der Führerschein mit seiner kurzen Frist, das Auto, der Winter. Kanada ist im Alltag unkompliziert – bis auf die Stellen, an denen die Provinz etwas anders macht als die Nachbarprovinz.
- 9Anschluss findenKanada gilt als das Land, in dem Zuwanderung nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall ist – in den großen Städten sind viele selbst zugewandert. Das macht den Einstieg leichter. Es macht ihn nicht mühelos.
- 10Alles der Reihe nachDer ganze Guide in der Reihenfolge, in der die Schritte tatsächlich anstehen. Die ersten fünf Punkte liegen vor dem Umzug – und bei Kanada ist das keine Formsache, sondern der längere Teil des Weges.
- 11Schule fürs KindKanada ist das zweitgrößte Land der Erde – und hat gerade einmal zwei ZfA-geförderte Deutsche Auslandsschulen: eine in Toronto, eine in Montreal. Wer nicht in einer dieser beiden Metropolregionen wohnt, hat keine deutsche Vollzeitschule in erreichbarer Nähe. Vier weitere deutsche Vereine bieten Samstagsschulen an, die aber eine reguläre Schule ergänzen, nicht ersetzen.