
Papierkram
Umzug ins Ausland: Fahrplan, Kosten, Zoll und Auto
Was mitkommt, wer es fährt und was du wann erledigst – damit am Ende nicht der Hausrat im Hafen steht, während du schon im neuen Land wohnst.
Ein Umzug ins Ausland ist kein normaler Umzug mit längerer Strecke. Die Preise rechnen Speditionen nach Kubikmetern, außerhalb der EU kommt der Zoll dazu, und das Auto braucht im neuen Land eigene Papiere. Die wichtigste Entscheidung fällt deshalb früh: Was nimmst du überhaupt mit?
Für viele ist die ehrliche Antwort: weniger als gedacht. Jeder Karton, der nicht mitfährt, spart Geld – und Möbel, die im neuen Land nicht in die Wohnung passen, sind teuer bezahlter Ballast.
Der Fahrplan
Was du wann erledigst
- Drei Monate vorher: entscheiden und Angebote holenContainer, Beiladung, Pakete oder nur Koffer. Angebote rechtzeitig einholen – im Sommer und zum Monatsende sind gute Speditionen früh ausgebucht.
- Zwei Monate vorher: ausmisten und verkaufenWas nicht mitkommt, bringt beim Verkauf Geld für die Erstausstattung. Weniger Volumen senkt direkt den Preis.
- Sechs Wochen vorher: Liste schreibenFür Umzüge außerhalb der EU eine Inventarliste mit Werten anlegen. In Ruhe geschrieben ist sie besser als am Packtag.
- Eine Woche vorher bis zwei Wochen danach: abmeldenBeim Bürgeramt, auch per Post oder online. Was die Abmeldung auslöst, steht unter Wohnsitz abmelden.
- Nach der Ankunft: anmelden und Auto ummeldenIm neuen Land den Wohnsitz anmelden und das Fahrzeug innerhalb der dortigen Frist zulassen.
Wie der Hausrat reist
Vier Wege, vom Container bis zum Koffer
Eigene Spedition
ganzer Hausrat
Fester Termin, ein Ansprechpartner, Packen und Aufbau auf Wunsch. Der Festpreis kommt meist erst nach einer Besichtigung.
Beiladung
günstiger
Dein Umzugsgut fährt im freien Platz eines anderen Transports mit. Du zahlst nur den genutzten Raum, hast aber keinen festen Liefertermin.
Pakete und Paletten
Teilmengen
Für einzelne Kisten statt Möbel. Preis sofort online, aber niemand trägt, packt oder baut auf.
Nur Koffer
kein Transport
Alles verkaufen und vor Ort neu kaufen. Kein Zoll, keine Wartezeit – dafür kostet die Neuausstattung, und manches lässt sich nicht ersetzen.
Welche Anbieter es für welchen Weg gibt und was sie können, steht im Vergleich der Umzugsfirmen fürs Ausland.
Kosten
Wovon der Preis abhängt
Eine verlässliche Pauschale für einen Umzug ins Ausland gibt es nicht – jede Spedition kalkuliert einzeln. Diese fünf Dinge bestimmen den Preis:
Volumen
Gerechnet wird in Kubikmetern. Ausmisten ist der größte Hebel.
Entfernung und Zielland
Lkw innerhalb Europas, Container über See für alles darüber hinaus.
Service
Packen, Ab- und Aufbau, Tragen über mehrere Stockwerke – alles einzeln berechnet.
Termin
Sommer und Monatsende sind teurer. Wer flexibel ist, spart bei der Beiladung.
Zoll und Lagerung
Außerhalb der EU können Gebühren für Abfertigung und Lagerung dazukommen.
Zoll
Innerhalb oder außerhalb der EU
Zoll auf Hausrat
Papiere
Vorsicht bei
Auto
Was dein Zielland beim Zuzug verlangt, steht im jeweiligen Länder-Guide oder direkt bei dessen Zollbehörde. Und falls du irgendwann aus einem Land außerhalb der EU zurückkommst: Hausrat, Fahrzeuge und Haustiere können als Übersiedlungsgut unter bestimmten Voraussetzungen zollfrei nach Deutschland, angemeldet mit dem Formular 0350.
Das Auto
Ummelden im neuen EU-Land
Wer dauerhaft in ein anderes EU-Land zieht, meldet das Auto dort an und zahlt dort die Steuern. Gemeinsame EU-Regeln für Zulassung und Kfz-Steuer gibt es nicht, deshalb hat jedes Land eigene Fristen – in Frankreich ist es ein Monat nach der Verlegung des Hauptwohnsitzes. Wer zu spät ummeldet, riskiert Bußgelder. In manchen Ländern entfällt die Zulassungssteuer, wenn du mit dem Auto dauerhaft zuziehst.
Wer nur vorübergehend im Ausland lebt, muss nicht ummelden. Als gewöhnlicher Wohnsitz gilt laut EU-Portal der Ort, an dem du mehr als 185 Tage im Kalenderjahr lebst, arbeitest oder deine Familie hast. Was mit dem Führerschein passiert, steht unter Führerschein im Ausland.
Was oft vergessen wird
Neben dem Hausrat
Haustiere
Impfungen und Papiere brauchen Vorlauf. Alles dazu unter Auswandern mit Hund.
Dokumente
Urkunden, Zeugnisse und Apostillen gehören ins Handgepäck, nicht in den Container. Siehe Dokumente fürs Auswandern.
Handynummer
Banken und Behörden schicken Codes an die deutsche Nummer. Siehe Handynummer behalten.
Was oft gesucht wird
Häufige Fragen
Wann sollte ich den Umzug ins Ausland planen?
Angebote für den Transport holst du am besten spätestens drei Monate vorher ein, im Sommer und zum Monatsende sind gute Speditionen früh ausgebucht. Die Abmeldung beim Bürgeramt ist frühestens eine Woche vor dem Auszug möglich und muss spätestens zwei Wochen danach erfolgen.
Was kostet ein Umzug ins Ausland?
Eine seriöse Pauschale gibt es nicht. Der Preis richtet sich vor allem nach dem Volumen, der Entfernung und dem Zielland, dazu kommen Packen, Ab- und Aufbau und der Termin. Weniger Volumen spart am meisten, und eine Beiladung kostet weniger als ein eigener Lkw, dauert aber länger.
Muss ich beim Umzug in ein EU-Land Zoll zahlen?
Nein. Waren für den eigenen Bedarf darfst du innerhalb der EU abgabenfrei mitnehmen. Besondere Regeln gelten für Zigaretten und Alkohol, und manche Dinge wie bestimmte Medikamente oder Feuerwerk brauchen eine Erlaubnis oder sind verboten.
Muss ich mein Auto im neuen EU-Land ummelden?
Ja, wenn du dauerhaft dorthin ziehst. Laut EU-Portal „Your Europe“ meldest du das Auto im neuen Land an und zahlst dort die Steuern. Eine einheitliche Frist gibt es nicht – in Frankreich etwa ist es ein Monat nach dem Umzug. Wer zu spät ummeldet, riskiert Bußgelder.
Was gilt, wenn ich später nach Deutschland zurückziehe?
Wer aus einem Land außerhalb der EU zurückzieht, kann Hausrat, private Fahrzeuge und Haustiere als Übersiedlungsgut unter bestimmten Voraussetzungen zollfrei einführen. Angemeldet wird das beim deutschen Zoll mit dem Formular 0350.
Wer fährt deinen Hausrat?
Umzugsfirmen fürs Ausland im Vergleich
Spedition, Beiladung, Paketdienst oder nur Koffer – mit Vor- und Nachteilen und worauf du bei Angeboten achten solltest.
Zum Vergleich