
Ohne Wertung, nur Zahlen
Auswandern wegen der Politik: lohnt sich das?
Diese Seite bewertet keine Partei und keine politische Position. Sie beantwortet nur zwei Fragen: Was zeigen die Umfragen wirklich – und was ändert sich praktisch, wenn Politik der Auslöser ist?
Kurz beantwortet
Selten der Hauptgrund, aber kein ungewöhnlicher Auslöser
Umfragen zeigen: Die Aussicht auf eine bessere Lebensqualität ist über alle Gruppen hinweg der mit Abstand am häufigsten genannte Grund fürs Auswandern. Gesellschaftliche oder politische Entwicklungen können ein Auslöser sein, sich überhaupt mit dem Thema zu befassen – umgesetzt wird die Entscheidung aber meist aus denselben praktischen Gründen wie bei jedem anderen Auswanderer auch.
DeZIM-Institut, Erhebung 2024–2025
Was die Zahlen tatsächlich zeigen
21 %
der Gesamtbevölkerung in Deutschland können sich Auswanderung grundsätzlich vorstellen – unter Menschen ohne Migrationsgeschichte sind es 17 %.
DeZIM-Institut, Pressemitteilung vom 9. Januar 2026
Das DeZIM-Institut befragte zwischen Sommer 2024 und Sommer 2025 in fünf Wellen 2.933 Personen. Kurz vor der Bundestagswahl im Februar 2025 stiegen die Auswanderungserwägungen unter Eingewanderten und ihren Nachkommen um rund 10 Prozentpunkte an – ein zeitlich begrenzter Ausschlag, kein dauerhafter Trend, und in der Studie spezifisch für diese Gruppe berichtet, nicht für die Gesamtbevölkerung.
Nach den Gründen gefragt, nennen mindestens 51 % aller Gruppen eine bessere Lebensqualität als wichtigsten Beweggrund, finanzielle Gründe folgen mit 31 bis 48 %. Nur rund 2 % aller Befragten hatten zum Erhebungszeitpunkt konkrete Pläne, innerhalb eines Jahres tatsächlich auszuwandern – zwischen Erwägung und Umsetzung liegt eine erhebliche Lücke.
Unabhängig vom Motiv
Was sich rechtlich nicht ändert
Für das Finanzamt spielt das Motiv keine Rolle. Steuerpflichtig in Deutschland ist, wer hier einen Wohnsitz (§ 8 Abgabenordnung) oder gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO) hat – unabhängig davon, warum jemand geht. Wer sich abmeldet, unterliegt denselben Regeln wie jeder andere Auswanderer, darunter in bestimmten Fällen der erweiterten beschränkten Steuerpflicht nach § 2 Außensteuergesetz. Mehr dazu auf unserer Seite Steuern beim Auswandern.
Auch Visum, Sprachanforderungen und Krankenversicherung im Zielland fragen nicht nach dem Beweggrund – die Voraussetzungen sind für jeden Antragsteller gleich, unabhängig vom Motiv.
Dieselbe Vorbereitung, unabhängig vom Warum
Was zu klären ist, bleibt gleich
Egal aus welchem Grund jemand geht: Die praktischen Schritte sind dieselben. Welches Land passt – auch unabhängig von politischen Erwägungen – zeigt der Länder-Kompass. Was beim Umzug selbst zu organisieren ist, von Konto bis Sprache, steht im Vergleich der Umzugsanbieter. Und wer sich noch nicht sicher ist, findet auf unserer Seite Auswandern oder nicht? eine nüchterne Abwägungshilfe.
Was oft gesucht wird
Häufige Fragen
Wie viele Deutsche denken wegen der Politik ans Auswandern?
Das DeZIM-Institut befragte zwischen Sommer 2024 und Sommer 2025 wiederholt 2.933 Personen: 21 % der Gesamtbevölkerung können sich Auswanderung grundsätzlich vorstellen, unter Menschen ohne Migrationsgeschichte 17 %. Kurz vor der Bundestagswahl im Februar 2025 stiegen die Auswanderungserwägungen unter Eingewanderten und ihren Nachkommen um rund 10 Prozentpunkte – bei Menschen ohne Migrationsgeschichte wurde dieser Anstieg in der Studie nicht in gleicher Form berichtet.
Ist Politik der Hauptgrund fürs Auswandern?
Nein. Über alle befragten Gruppen hinweg nennen mindestens 51 % eine bessere Lebensqualität als wichtigsten Grund. Finanzielle Gründe folgen mit 31 bis 48 % je nach Gruppe. Politische oder gesellschaftliche Motive tauchen in der Erhebung nicht als eigene, separat ausgewiesene Hauptkategorie auf.
Wie viele setzen ihre Auswanderungspläne tatsächlich um?
Sehr wenige. Von allen Befragten planten laut DeZIM nur rund 2 % konkret, innerhalb eines Jahres tatsächlich auszuwandern. Zwischen darüber nachdenken und einen Flug buchen liegt eine große Lücke.
Ändert sich meine Steuerpflicht, wenn ich wegen der Politik auswandere?
Nicht anders als bei jedem anderen Grund. Das Motiv spielt für das Finanzamt keine Rolle – entscheidend sind Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt (§ 8, § 9 Abgabenordnung). Wer sich abmeldet, unterliegt denselben Regeln wie jeder andere Auswanderer auch, etwa der erweiterten beschränkten Steuerpflicht nach § 2 Außensteuergesetz für bestimmte Fälle.
Egal aus welchem Grund
Finde heraus, welches Land zu deinem Leben passt
Der Kompass fragt nach Budget, Sprache und Zeitplan – unabhängig davon, was dich zum Nachdenken gebracht hat.
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