
Karina stammt aus der Nähe von Köln, aus einem kleinen Stadtteil, wie sie selbst sagt, und wollte von dort schon immer weg. Nach ihrer Ausbildung und ersten Berufsjahren im Krankenhaus kündigte sie alles und lebt heute in Alicante an der spanischen Küste, wo sie sich Schritt für Schritt einen eigenen Alltag aufgebaut hat: mit Arbeit vor Ort, viel Papierkram und dem Vorhaben, sich online etwas Eigenes aufzubauen.
Karina, wer bist du und wo lebst du heute?
Ich komme aus Deutschland, aus der Nähe von Köln, und lebe seit eineinhalb Jahren hier in Spanien, in Alicante.
Warum Spanien – und warum ausgerechnet Alicante?
Das war eigentlich eher eine spontane Entscheidung. Ich wusste immer, dass ich aus Deutschland raus möchte, ich wusste nur nie genau, wann. Irgendwann kamen dann die Zeitpunkte im Leben zusammen: Ich hatte meine Ausbildung beendet, ich hatte meine ersten Berufsjahre gesammelt, ursprünglich habe ich in einem Krankenhaus gearbeitet. Da habe ich gesagt: Ich glaube, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt. Dann habe ich meine Sachen gepackt, alles gekündigt und bin nach Spanien ausgewandert. Immer wenn ich mir den Gedanken erlaubt habe, wohin ich denn auswandern würde, war es zuerst Spanien. Ich mag die Mentalität und die Menschen hier, ich habe immer spanische Musik gehört. Für mich war klar: Wenn, dann Spanien. Davor war ich, glaube ich, nur einmal in Spanien, auf einem Kurztrip mit einer Freundin. Auf Alicante bin ich über einen Influencer gekommen, habe mir das Ganze angeschaut, bin für eine Woche hingefahren und habe mich direkt in die Stadt verliebt. Danach habe ich mich entschieden und lebe jetzt hier.
Wie ging es nach der Ankunft weiter – beruflich und im Alltag?
Ich wollte mir schon in Deutschland etwas Eigenes online aufbauen, weil ich einfach nicht in einem Nine-to-Five bleiben wollte. Als ich dann nach Spanien gegangen bin, war das hier nochmal anders. Ich musste mich erst zurechtfinden, mir eine Routine aufbauen und überhaupt verstehen, dass ich nicht im Urlaub bin, sondern wirklich im Ausland lebe und dass das jetzt mein Alltag ist. Dann waren natürlich noch Papiere zu klären, von denen manche immer noch in Bearbeitung sind. Inzwischen arbeite ich hier in einem Callcenter und baue mir parallel etwas Eigenes online auf, in unterschiedlichen Bereichen.
Was würdest du nach eineinhalb Jahren anders planen?
Ich bin mit einer ganz anderen Einstellung an die Sache herangegangen. Ich wusste, dass es nicht leicht wird, und ich wusste, dass Dinge auf mich zukommen, von denen ich zu dem Zeitpunkt noch gar nichts ahnte. Das Einzige, was ich jedem empfehlen kann, weil ich es selbst nicht gemacht habe: Sucht euch vorher einen Job. Ich bin einfach ausgewandert und habe dann geschaut, weil ich dachte, es wird sich schon irgendwie etwas ergeben. Das klingt vielleicht verrückt, und ich würde es wahrscheinlich immer wieder so machen – trotzdem würde ich jedem raten, sich vorher etwas zu suchen. Ansonsten: Lasst euch einfach darauf ein. Wenn du die Entscheidung triffst auszuwandern, dann lass dich darauf ein. Es wird immer Papierkram kommen, es werden immer unerwartete Dinge kommen. Am Ende ist die Frage nur, wie du das regelst und wie du damit umgehst. Eine ganz genaue Antwort kann ich darauf gar nicht geben.
Was macht für dich den Unterschied zwischen Alicante und deinem alten Zuhause?
Ein großer Teil war natürlich die Sonne und das Wetter, aber viel mehr waren es die Menschen. Ich mag diese Offenheit, ich mag diese Sympathie. Man bekommt hier ständig Komplimente, als wäre das ein Blumenstrauß. Für mich war Deutschland immer ein bisschen kalt. Ich komme auch aus einem sehr kleinen Stadtteil, deshalb wollte ich immer raus.
Was würdest du jemandem sagen, der über das Auswandern nachdenkt, sich aber nicht traut?
Es gibt ganz viele Menschen, die unsicher sind. Wenn ich etwas machen möchte, das außerhalb meiner Komfortzone liegt, verfolge ich es trotzdem weiter, auch wenn es nicht von allein passiert. Wenn du überlegst auszuwandern, aber nicht weißt, ob du es tun solltest, dann stell dir Fragen: Was genau macht mich glücklich? Ist es das Wetter? Ist es die Umgebung, sind es die Menschen? Und wenn man den Wunsch hat, dann sollte man diesen Traum immer weiter verfolgen und sich andere Leute anschauen, die es gemacht haben. So bekommt man mit der Zeit den Mut, den Schritt durchzuziehen und dort zu landen, wo man hin möchte. Das gilt nicht nur fürs Auswandern, sondern für alles, was man sich im Leben vornimmt.
Möchtest du noch etwas mitgeben?
Wenn ihr irgendeinen Traum habt, verfolgt diesen Traum. Habt keine Angst davor – und wenn ihr Angst habt, dann wisst ihr, dass es der richtige Schritt ist. Denn sobald ihr diesen Schritt gemacht habt, könnt ihr nur daraus lernen, oder ihr seid einfach glücklich und habt euer Ziel erreicht. Haltet daran fest und glaubt nicht an andere Meinungen, sondern an eure eigene, an euer Ziel, an euren Wunsch. Jeder hat nur ein einziges Leben, und ihr seid der Creator eures eigenen Lebens.
Du denkst über Spanien nach?
