Irland-Guide · Kapitel 1 von 10

Realistischer Zeitplan
Behördlich ist Irland der einfachste Umzug in diesem Angebot – es gibt keine Anmeldefrist, weil es keine Anmeldung gibt. Der Zeitplan richtet sich deshalb nicht nach Ämtern, sondern nach dem Wohnungsmarkt. Er ist der Engpass, und er verzeiht keine Improvisation.
Was von Deutschland aus geht
- Wohnungssuche ernsthaft beginnen – nicht als Nebenbei-Aufgabe
- Arbeitsvertrag klären: Er ist in der Praxis der beste Türöffner, für die PPS-Nummer wie für die Wohnung
- Europäische Krankenversicherungskarte für die Übergangszeit besorgen
- Bei Rentenbezug: Formular S1 bei der deutschen Krankenkasse beantragen
- Schadenfreiheitsbescheinigung der deutschen Kfz-Versicherung anfordern – auf Englisch
Vor Ort
- Unterkunft mit einer Adresse, die auf Post lautet – ohne sie geht nichts weiter
- PPS-Nummer beantragen
- Bankkonto eröffnen
- Beim Arbeitgeber die Steuerdaten in Revenue myAccount hinterlegen
Warum hier keine Deadline steht
In Ungarn ist es der 91. Tag, in Belgien sind es 8 Tage, in Spanien 90. In Irland gibt es nichts dergleichen: Als EU-Bürgerin darfst du bleiben, arbeiten und wohnen, ohne dich bei irgendeiner Stelle zu melden.
Die fehlende Anmeldepflicht verführt dazu, ohne feste Adresse anzureisen. Genau daran scheitern die meisten: Ohne Adresse keine PPS-Nummer, ohne PPS-Nummer keine ordentliche Lohnsteuer, kein Kindergeld, kein Arztbesuch zum öffentlichen Tarif.
Wie es bei anderen lief
Für Irland hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.