Bridge of Remembrance during the sunset, Christchurch, New Zealand, neuseeland
Foto: Michal Klajban · CC BY-SA 4.0

Schule fürs Kind in Neuseeland

Anders als in vielen beliebten Auswanderungszielen gibt es in Neuseeland keine einzige deutsche Auslandsschule. Wer mit Kindern auswandert, plant von Anfang an mit dem neuseeländischen Schulsystem – Deutsch bleibt bestenfalls ein Nebenfach oder ein Wochenend-Angebot.

„Wir haben einen Elfjährigen zu Hause, und das ist gerade für Kinder, die nicht so in die Box passen, richtig gut. Wenn jemand mit Kindern überlegt, hierherzukommen: Das ist ein super Land, um Kinder großzuziehen.“

Warum es keine deutsche Schule gibt

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreut derzeit weltweit 134 Deutsche Auslandsschulen (DAS) - für die Region Ozeanien/Australien stehen auf der offiziellen Weltkarte genau zwei: die Deutsche Internationale Schule Sydney und die Deutsche Schule Melbourne, beide in Australien. Neuseeland kommt in der Liste nicht vor. Auch die zweite, kleinere ZfA-Kategorie - die Deutsch-Profil-Schulen (DPS) - gibt es hier nicht: Das Programm läuft ausschließlich in 14 europäischen Ländern. Für Neuseeland bedeutet das ein klares Nein zu beiden Schularten, nicht nur eine Lücke in der Bekanntheit.

Was es stattdessen gibt

Zwei staatliche neuseeländische Schulen sind offizielle PASCH-Partnerschulen (das Netzwerk des Auswärtigen Amts, der ZfA, des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes für Deutsch als Fremdsprache): das Pakuranga College in Auckland (rund 2.100 Schüler, PASCH-Schule seit 2011) und die Burnside High School in Christchurch (rund 2.377 Schüler, PASCH-Schule seit 2009, mit Schüleraustausch nach Bayern). An beiden ist Deutsch ein Wahlfach neben mehreren anderen Sprachen - keine deutschsprachige Vollzeitbeschulung, sondern regulärer neuseeländischer Schulunterricht mit Deutsch als einem Fach von vielen.

Wie andere Familien es erlebt haben

Ohne deutsche Auslandsschule sind öffentlich zugängliche Erfahrungsberichte hier die ehrlichste Ergänzung zu den offiziellen Regeln. Anja lebt seit über sieben Jahren mit ihren drei Kindern in Wellington und beschreibt die neuseeländische Schule im Vergleich zur deutschen als spielerischer und ohne den Leistungsdruck, der „Bauchschmerzen“ bereitet – dafür mit viel individueller Förderung; man sei dort keine „Nummer“. Deutsche Kinder seien in Mathematik oft schon weiter voraus. Auch ein Wiedereinstieg gelingt offenbar gut: Als die österreichische Familie hinter dem Blog „einjahr.kiwi“ nach einem Jahr Unterbrechung an dieselbe Schule zurückkehrte (Motueka Rudolf Steiner School), freuten sich die Kinder sichtlich über das Wiedersehen mit alten Schulfreunden.

Der Zugang zum staatlichen System

Kinder zwischen 5 und 19 Jahren haben an staatlichen ('state') und 'state-integrated' Schulen Anspruch auf kostenlose Beschulung, wenn sie als 'domestic student' gelten. Für Auswanderer-Familien wichtig: Laut dem Operations Manual von Immigration New Zealand gelten Kinder von Inhabern der meisten Arbeitsvisa-Kategorien für die Dauer des Elternvisums als domestic student - sie zahlen also kein Schulgeld.

Das gilt NICHT für jedes Arbeitsvisum: Ausdrücklich ausgenommen sind unter anderem das Working-Holiday-Visum, das Recognised-Seasonal-Employer-Visum (RSE), das Supplementary-Seasonal-Employment-Visum (SSE), das Skilled-Migrant-Category-Job-Search-Visum und das Visum für Fischereibesatzungen. Wer darunter fällt, zählt als 'international fee-paying student' und zahlt Schulgeld direkt an die Schule - die Höhe legt jede Schule selbst fest.

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Wie es bei anderen lief

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