Foto: Dietmar Rabich · CC BY-SA 4.0

Der Weg hinein

Australien vergibt keine Aufenthaltstitel an Menschen, sondern an Bedarf. Es gibt drei ernsthafte Wege für Deutsche: das Punktesystem für Fachkräfte, ein Arbeitgeber, der dich sponsert, und – bis 35 – das Working-Holiday-Visum. Welcher deiner ist, entscheidet sich an Beruf, Alter und daran, ob du Zeit hast.

Das Punktesystem

Der klassische Weg zum Daueraufenthalt läuft über eine Interessenbekundung in SkillSelect. Du wirst nicht angenommen, sondern eingeladen – und einladen kann dich der Bund oder ein Bundesstaat.

  • Voraussetzung für alle drei: Beruf auf der Liste, bestandene Berufsbewertung, Sprachnachweis, unter 45
  • Die Punkte kommen aus Alter, Sprachniveau, Berufserfahrung, Abschluss – und aus einer Nominierung
  • Wer bereit ist, in eine Region zu gehen, kommt deutlich leichter hinein
VisumWer einlädtWo du leben darfst
Subclass 189 (Skilled Independent)der Bund, allein nach Punktzahlüberall in Australien, dauerhaft
Subclass 190 (State Nominated)ein Bundesstaat nominiert dichdauerhaft, mit Bindung an diesen Bundesstaat
Subclass 491 (Regional)Bundesstaat oder Verwandte in einer Regionbefristet, in einer festgelegten Region – führt später zum Daueraufenthalt

Nur für: Bis 35: Working Holiday

Working Holiday (Subclass 417)

Seit dem 1. Juli 2026 dürfen deutsche Staatsangehörige das Working-Holiday-Visum bis einschließlich 35 beantragen – vorher war bei 30 Schluss. Es gilt zwölf Monate, erlaubt Arbeit und bis zu vier Monate Studium.

  • Antrag nur von außerhalb Australiens, allein und ohne Kinder
  • Wer drei Monate lang bestimmte Arbeiten verrichtet (meist in ländlichen Gegenden), kann ein zweites Jahr beantragen
  • Erstes Visum 840 AUD, zweites und drittes je 1.000 AUD

Nur für: Mit Arbeitgeber

Über eine australische Firma

Hat dich eine australische Firma eingestellt, kann sie dich sponsern. Das geht schneller als der Punkteweg, bindet dich aber an den Arbeitgeber – und wenn das Arbeitsverhältnis endet, endet die Grundlage deines Aufenthalts.

Die Schritte auf dem Punkteweg

5 Schritte
Prüfen, ob dein Beruf auf der Liste stehtDepartment of Home Affairsganz am Anfang, vor jeder Ausgabe

Steht dein Beruf nicht drauf, ist der Punkteweg zu. Das vorher zu prüfen kostet nichts und spart im Zweifel vierstellige Beträge.

Berufsbewertung (Skills Assessment) machen lassenDie für deinen Beruf zuständige Stelle, nicht die Einwanderungsbehörde18 bis 12 Monate vorher

Welche Stelle zuständig ist, hängt am Beruf. Für Handwerksberufe läuft das oft über eine praktische Prüfung, für akademische über Unterlagen.

Mitbringen
  • Abschlusszeugnisse mit Übersetzung
  • Arbeitszeugnisse und Nachweise über Tätigkeiten
Anerkannten Sprachtest ablegenparallel zur Berufsbewertung

Das Ergebnis geht direkt in die Punktzahl ein – hier lässt sich am schnellsten etwas verbessern.

Interessenbekundung in SkillSelect abgebenSkillSelect

Kostenlos und keine Zusage. Sie ist zwei Jahre gültig; danach musst du neu abgeben.

Nach der Einladung den Visumantrag stelleninnerhalb der in der Einladung genannten Frist

Ab hier laufen Gesundheitsuntersuchung und Führungszeugnisse. Die Bearbeitung danach ist der lange Teil.

Mitbringen
  • Führungszeugnis aus jedem Land mit längerem Aufenthalt
  • Gesundheitsuntersuchung bei einer benannten Praxis

In deinem Plan

Visum & Aufenthaltsrecht prüfen

Dieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.

Zu meinem Plan →

Wie es bei anderen lief

Für Australien hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.

Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.

Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.