Vereinigtes Königreich-Guide · Kapitel 2 von 10

Für die allermeisten Deutschen führt der Weg über das Skilled-Worker-Visum. Und dieses Visum ist 2025 deutlich enger geworden – in zwei Schritten, die zusammen eine ganze Klasse von Berufen ausgeschlossen haben.
Euro-Werte gerundet, gerechnet mit 0.86 GBP je Euro (Stand August 2026). Zahlbar ist immer der Betrag in GBP.
Ein Skilled-Worker-Visum bekommst du nur, wenn ein britischer Arbeitgeber mit gültiger Sponsor-Lizenz dich einstellt und dir ein Certificate of Sponsorship ausstellt. Diese Lizenz muss der Arbeitgeber selbst beantragen: Sie kostet ihn 611 GBP als Kleinbetrieb oder gemeinnützige Organisation und 1.682 GBP als mittleres oder großes Unternehmen, und die Bearbeitung dauert in der Regel rund acht Wochen.
Am 22. Juli 2025 wurde die Qualifikationsschwelle auf RQF-Stufe 6 angehoben – das entspricht Hochschulniveau. Damit ist die Lockerung von 2020 zurückgenommen, die Tätigkeiten ab RQF-Stufe 3 zugelassen hatte. Für Berufe der Stufen 3 bis 5 gibt es nur noch einen befristeten Zugang über die Temporary Shortage List, die gezielt einzelne Mangelberufe aufführt.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Pläne scheitern. Ein solider Ausbildungsberuf reicht seit Juli 2025 in aller Regel nicht mehr – prüfe die Einstufung deiner konkreten Tätigkeit, bevor du irgendetwas anderes planst.
Zusätzlich zur allgemeinen Schwelle gilt für jeden Beruf ein eigener Satz („going rate“). Maßgeblich ist immer der höhere der beiden Werte – ein Angebot über der allgemeinen Schwelle reicht also nicht automatisch, wenn der Berufssatz darüber liegt.
| Schwelle | Betrag | Seit |
|---|---|---|
| Allgemeine Schwelle Skilled Worker | 41.700 GBP im Jahr | 22. Juli 2025 |
| Absolute Untergrenze | 25.000 GBP im Jahr | 9. April 2025 |
Zusätzlich zur Visumgebühr zahlst du den Immigration Health Surcharge. Er beträgt 1.035 GBP pro Jahr für Erwachsene und 776 GBP pro Jahr für Studierende, deren Angehörige und Inhaber eines Youth-Mobility-Visums. Bezahlt wird für die gesamte Visumlaufzeit im Voraus – und für jedes mitziehende Familienmitglied separat.
Eine vierköpfige Familie mit Fünfjahresvisum zahlt allein an Gesundheitsabgabe einen fünfstelligen Betrag, bevor irgendjemand britischen Boden betreten hat. Rechne das früh durch.
Physische Aufenthaltskarten (Biometric Residence Permits) gibt es nicht mehr; sie sind ausgelaufen und durch das eVisa ersetzt worden – einen digitalen Nachweis deines Status. Du richtest dafür ein Konto ein und erzeugst bei Bedarf einen Freigabecode, den Arbeitgeber oder Vermieter prüfen können. Eine abgelaufene BRP-Karte lässt sich für Reisen noch bis längstens 31. Dezember 2026 nutzen.
Am 20. November 2025 hat die Regierung vorgeschlagen, den Regelweg zum unbefristeten Aufenthalt (Indefinite Leave to Remain) von fünf auf zehn Jahre zu verlängern. Vorgesehen sind Abkürzungen: neun Jahre bei Englischkenntnissen auf Hochschulniveau, fünf Jahre für Zahler des höheren Steuersatzes, drei Jahre für den Spitzensatz. Dazu sollen Bedingungen kommen wie ein einwandfreies Führungszeugnis und durchgehende Sozialversicherungsbeiträge.
Das ist ein VORSCHLAG in der Konsultation, kein geltendes Recht – ein Datum für das Inkrafttreten gibt es nicht. Wer bereits Settled Status hat, soll ausdrücklich nicht betroffen sein. Plane deine Einbürgerungsperspektive trotzdem nicht auf fünf Jahre fest, solange das offen ist.
Diese Wege betreffen jeweils kleine Gruppen. Wenn keiner davon auf dich zutrifft, bleibt das Skilled-Worker-Visum – und damit die Suche nach einem Arbeitgeber mit Lizenz.
In deinem Plan
Visum & Aufenthaltsrecht prüfenDieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.
Zu meinem Plan →Wie es bei anderen lief
Für das Vereinigte Königreich hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.