Thailand-Guide · Kapitel 2 von 10
Als Deutsche darfst du 60 Tage ohne Visum bleiben, einmalig um 30 Tage verlängerbar. Alles darüber braucht ein Visum, und die Auswahl hat sich 2024 grundlegend geändert. Dieses Kapitel beschreibt die drei Wege, die für Auswanderer infrage kommen – und die Pflichten, die danach nie mehr aufhören.
Der Dauerlauf aus visumfreien Einreisen („Visa Run“) ist kein Weg, in Thailand zu leben. Er ist ausdrücklich für Tourismus gedacht, die Landgrenzen sind seit 2024 begrenzt, und die Einreise bleibt jedes Mal eine Ermessensentscheidung des Beamten am Schalter.
Das Rentner-Visum ist der klassische Weg und der mit dem meisten Papier. Das DTV kam im Juli 2024 dazu und ist der erste ehrliche Weg für Menschen, die aus der Ferne für ausländische Auftraggeber arbeiten. Das LTR der Investitionsbehörde BOI ist der bequemste – und der teuerste Einstieg.
| Non-Immigrant O (Ruhestand) | DTV | LTR | |
|---|---|---|---|
| Für wen | ab 50 Jahren | ortsunabhängig Arbeitende | hohes Einkommen/Vermögen |
| Geldnachweis | 800.000 Baht Guthaben oder 65.000 Baht/Monat | 500.000 Baht Guthaben (3 Monate) | z. B. 80.000 US-Dollar/Jahr |
| Gültigkeit | 90 Tage, dann jährlich verlängerbar | 5 Jahre, mehrfache Einreise | 10 Jahre |
| Aufenthalt je Einreise | nach Verlängerung 1 Jahr | 180 Tage, einmal um 180 verlängerbar | je nach Kategorie |
| 90-Tage-Meldung | ja | ja | nur einmal im Jahr |
Wird als 90-Tage-Visum mit einer Einreise ausgestellt. Die eigentliche Aufenthaltserlaubnis über ein Jahr holst du dir erst in Thailand bei der Einwanderungsbehörde.
Diese Verlängerung wiederholt sich jedes Jahr, jedes Mal mit neuem Geldnachweis. Das Guthaben muss dabei meist schon Monate vorher auf einem thailändischen Konto liegen – plane das ein, bevor du das Konto überhaupt hast.
Geht persönlich, per Post oder online. Bei jeder Ausreise beginnt die Zählung wieder bei null – wer regelmäßig verreist, kommt selten dazu.
Einmalig 1.000 Baht, mehrfach 3.800 Baht. Ohne ihn erlischt deine Jahresverlängerung in dem Moment, in dem du das Land verlässt – und du fängst komplett von vorn an.
Wer die 90-Tage-Meldung versäumt und sich selbst meldet, zahlt mindestens 2.000 Baht. Wer stattdessen aufgegriffen wird, zahlt mindestens 4.000 Baht, dazu bis zu 200 Baht für jeden weiteren Tag.
Nach dem Einwanderungsgesetz muss der Hausherr, Eigentümer oder Betreiber einer Unterkunft die Anwesenheit eines Ausländers binnen 24 Stunden melden (Formular TM.30). Bei Hotels passiert das automatisch. Bei privat gemieteten Wohnungen oft nicht.
Ein Visum erlaubt dir, im Land zu sein. Es erlaubt dir nicht zu arbeiten. Für Arbeit in Thailand brauchst du zusätzlich eine Arbeitserlaubnis (Work Permit) nach dem Foreign Working Act.
Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis kann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe von 2.000 bis 100.000 Baht geahndet werden – oder beidem. Wo genau die Grenze zwischen „Fernarbeit für einen ausländischen Auftraggeber“ und „Arbeit in Thailand“ verläuft, ist in der Praxis nicht scharf. Das DTV wurde eingeführt, um genau diesen Fall abzudecken; hol dir im Zweifel vor Ort Rechtsrat statt auf Forenwissen zu bauen.
In deinem Plan
Visum & Aufenthaltsrecht prüfenDieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.
Zu meinem Plan →Wie es bei anderen lief
Für Thailand hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.