Österreich-Guide · Kapitel 4 von 10

Hier lohnt es sich am meisten, nicht von Deutschland auszugehen. Drei Dinge sind grundlegend anders: die Kaution hat keine gesetzliche Obergrenze, befristete Verträge sind der Normalfall, und die Maklerprovision zahlt seit 2023 meistens nicht mehr die Mieterin.
In Deutschland sind drei Nettokaltmieten das gesetzliche Maximum. In Österreich gibt es diese Grenze nicht. Üblich sind drei Bruttomonatsmieten – also Hauptmietzins plus Betriebskosten plus Umsatzsteuer, was gegenüber der deutschen Rechnung schon einen deutlichen Aufschlag bedeutet. Der Oberste Gerichtshof hat sogar Vereinbarungen bis zu sechs Bruttomonatsmieten für zulässig gehalten.
Halte den Zustand der Wohnung bei Einzug UND bei Rückgabe schriftlich und mit Fotos fest. Streit um die Kaution läuft in Österreich nicht über die Schlichtungsstelle, sondern über das Bezirksgericht – das ist der aufwendigere Weg.
Ein Großteil der privat vermieteten Wohnungen wird befristet angeboten. Das Gesetz schreibt Mindestdauern vor, und seit dem 1. Jänner 2026 unterscheiden sie sich danach, wer vermietet.
| Vermieter | Mindestbefristung | Automatische Verlängerung um |
|---|---|---|
| Privatperson | 3 Jahre | 3 Jahre |
| Unternehmerin oder Unternehmer | 5 Jahre (seit 1.1.2026) | 5 Jahre |
Seit dem 1. Juli 2023 gilt bei Mietwohnungen das Bestellerprinzip: Wer die Maklerin beauftragt, zahlt auch die Provision. Weil in aller Regel der Vermieter beauftragt, zahlst du als Mieterin normalerweise nichts.
In deinem Plan
Wohnen: erste Monate sichernDieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.
Zu meinem Plan →Wie es bei anderen lief
Für Österreich hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.