Kapitel 4 von 11

Wohnung finden in Österreich
Hier lohnt es sich am meisten, nicht von Deutschland auszugehen. Drei Dinge sind grundlegend anders: die Kaution hat keine feste gesetzliche Obergrenze, befristete Verträge sind verbreitet, und die Maklerprovision zahlt seit Juli 2023 meistens nicht mehr die Mieterin.
Die Kaution: keine feste Obergrenze im Gesetz
In Deutschland sind drei Nettokaltmieten das gesetzliche Maximum. In Österreich ist die Höhe Vereinbarungssache. Üblich sind drei Bruttomonatsmieten – also Hauptmietzins plus Betriebskosten plus 10 Prozent Umsatzsteuer, was gegenüber der deutschen Rechnung schon einen deutlichen Aufschlag bedeutet. Zulässig wären auch bis zu sechs Bruttomonatsmieten, mehr nur mit besonderem Grund.
- Der Vermieter muss eine bar übergebene Kaution auf einem Sparbuch fruchtbringend veranlagen und getrennt von seinem eigenen Vermögen halten (§ 16b MRG)
- Am Ende bekommst du sie samt Zinsen zurück, soweit keine berechtigten Forderungen offen sind
- Normale Abnützung muss der Vermieter hinnehmen – dafür darf er die Kaution nicht einbehalten
Halte den Zustand der Wohnung bei Einzug UND bei Rückgabe schriftlich und mit Fotos fest. Streit um die Kaution läuft in Österreich nicht über die Schlichtungsstelle, sondern über das Bezirksgericht – das ist der aufwendigere Weg.
Befristet ist verbreitet
Viele privat vermietete Wohnungen werden befristet angeboten. Das Gesetz schreibt Mindestdauern vor, und sie unterscheiden sich danach, wer vermietet.
- Du selbst kannst nach einem Jahr Vertragsdauer jederzeit zum Monatsletzten kündigen, mit drei Monaten Frist – frühestens wirksam also nach 16 Monaten. Dieses Recht ist unverzichtbar, es kann dir vertraglich nicht genommen werden.
- Für die Befristung gibt es einen Preisnachlass, wo das Gesetz eine Höchstmiete vorgibt: Der höchstzulässige Hauptmietzins vermindert sich um 25 Prozent (§ 16 Abs 7 MRG). Prüfe, ob er in deinem Vertrag tatsächlich abgezogen wurde.
| Vermieter | Mindestbefristung | Automatische Verlängerung um |
|---|---|---|
| Privatperson | 3 Jahre | einmalig 3 Jahre |
| Unternehmerin oder Unternehmer | 5 Jahre | einmalig 5 Jahre |
Die Maklerprovision zahlt meist nicht mehr du
Seit dem 1. Juli 2023 gilt bei Mietwohnungen das Bestellerprinzip: Wer die Maklerin beauftragt, zahlt auch die Provision. Weil in aller Regel der Vermieter beauftragt, zahlst du als Mieterin normalerweise nichts.
- Du zahlst nur, wenn du selbst einen echten Suchauftrag erteilt hast
- Obergrenzen, falls doch: zwei Bruttomonatsmieten plus 20 Prozent Umsatzsteuer bei unbefristeten Verträgen oder Befristung über drei Jahre, eine Bruttomonatsmiete plus Umsatzsteuer bei bis zu drei Jahren
- Das Bestellerprinzip gilt für Mietwohnungen – beim Kauf einer Immobilie nicht
In deinem Plan
Wohnen: erste Monate sichernDieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.
Zu meinem PlanWie es bei anderen lief
Für Österreich hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
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Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.