Kapitel 7 von 11

Steuern: Lohnsteuer und das 13. Gehalt
Das österreichische Steuersystem funktioniert im Grundsatz wie das deutsche: Die Lohnsteuer geht direkt vom Gehalt ab, eine Erklärung ist meist freiwillig. Zwei Dinge sind aber anders – der Tarif hat mehr Stufen, und das 13. und 14. Gehalt wird mit einem eigenen, sehr niedrigen Satz besteuert.
Der Tarif 2026
Sieben Stufen, und der Einstieg ist deutlich höher als der deutsche Grundfreibetrag.
- Die Stufen werden jährlich an die Inflation angepasst – für 2026 um 1,733 Prozent
- Der Spitzensatz von 55 Prozent ist bis 2029 befristet, danach sind 50 Prozent vorgesehen
| Jahreseinkommen | Grenzsteuersatz |
|---|---|
| bis 13.539 Euro | 0 % |
| über 13.539 bis 21.992 Euro | 20 % |
| über 21.992 bis 36.458 Euro | 30 % |
| über 36.458 bis 70.365 Euro | 40 % |
| über 70.365 bis 104.859 Euro | 48 % |
| über 104.859 bis 1.000.000 Euro | 50 % |
| über 1.000.000 Euro | 55 % |
Das 13. und 14. Gehalt: 6 Prozent statt Tarif
In fast allen Kollektivverträgen stehen 14 Monatsgehälter: Urlaubszuschuss im Mai oder Juni, Weihnachtsremuneration im November. Diese „sonstigen Bezüge“ werden begünstigt besteuert – bis zur Höhe des Jahressechstels mit 6 Prozent statt mit deinem Tarifsatz.
- Freibetrag: die ersten 620 Euro der sonstigen Bezüge bleiben steuerfrei
- Freigrenze: bleibt das Jahressechstel unter 2.100 Euro, fällt gar keine Steuer an
- Was über dem Jahressechstel liegt, wird ganz normal nach Tarif versteuert – das ist der „Jahressechstelüberhang“
- Bei hohen Bezügen greifen darüber gestaffelte Sätze von 27 und 35,75 Prozent
Die Arbeitnehmerveranlagung
Das Gegenstück zur deutschen Steuererklärung. Meistens ist sie freiwillig – und meistens lohnt sie sich, weil Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen erst dort geltend gemacht werden.
In vielen Fällen macht das Finanzamt die Veranlagung auch ohne Antrag von selbst, wenn sich eine Gutschrift ergibt. Verlassen solltest du dich darauf nicht – Ausgaben, von denen das Finanzamt nichts weiß, kann es auch nicht berücksichtigen.
In deinem Plan
Steuerliche Folgen klärenDieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.
Zu meinem PlanWie es bei anderen lief
Für Österreich hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.