USA-Guide · Kapitel 6 von 10

Die amerikanische Steuer ist der Bereich, in dem deutsche Auswanderer am häufigsten und am teuersten danebenliegen – weil sie ein System voraussetzen, das anders funktioniert als jedes europäische.
Wer in den USA steuerlich ansässig ist, versteuert dort sein weltweites Einkommen – auch das, was in Deutschland anfällt. Das Doppelbesteuerungsabkommen verhindert die doppelte Belastung, nicht aber die doppelte Erklärungspflicht. Deutsche Mieteinnahmen, Kapitalerträge und Renten gehören damit in die amerikanische Erklärung.
Deutsche Kapitalanlagen, insbesondere Fonds, können in den USA steuerlich sehr ungünstig behandelt werden. Kläre das VOR dem Umzug – eine Umschichtung danach ist erheblich teurer.
Neben der Bundessteuer erheben die meisten Bundesstaaten eine eigene Einkommensteuer, manche Städte zusätzlich. Einige Staaten erheben gar keine. Der Unterschied zwischen zwei Bundesstaaten kann mehrere Prozentpunkte deines Einkommens ausmachen – bei der Wahl des Wohnorts ist das eine relevante Größe, nicht eine Fußnote.
Wer als in den USA steuerpflichtige Person Konten im Ausland hält und bestimmte Schwellen überschreitet, muss diese Konten melden. Das betrifft dein deutsches Konto, Depots und in manchen Fällen auch Lebensversicherungen. Die Versäumnisfolgen sind empfindlich, und Unkenntnis schützt nicht.
Das ist der Punkt, an dem deutsche Auswanderer am häufigsten unwissentlich in ein Problem laufen: Sie halten ihr deutsches Konto völlig legal – und melden es nicht, weil sie nicht wissen, dass sie müssen.
Das amerikanische Steuerjahr ist das Kalenderjahr, die Erklärung wird im Frühjahr des Folgejahres abgegeben. Anders als in Deutschland ist die Abgabe für die allermeisten Pflicht, nicht Option – auch für Angestellte, bei denen bereits Lohnsteuer einbehalten wurde.
Im Jahr des Umzugs bist du in beiden Ländern anteilig steuerpflichtig, und beide Systeme greifen ineinander. Für dieses eine Jahr ist eine Beratung durch jemanden, der beide Seiten kennt, praktisch immer günstiger als der Fehler, den man sonst macht.
In deinem Plan
Steuerliche Folgen klärenDieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.
Zu meinem Plan →Wie es bei anderen lief
Für die USA hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.