Spanien-Guide · Kapitel 4 von 10

Hier liegt der größte Unterschied zu Portugal – und der teuerste. Spanien besteuert nicht nur Einkommen, sondern auch Vermögen, und es verlangt eine jährliche Meldung deines Auslandsvermögens. Wer die versäumt, zahlt Strafen, die in keinem Verhältnis zum Versäumnis stehen.
Steuerlich ansässig wirst du, wenn du dich mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien aufhältst oder dein wirtschaftlicher Lebensmittelpunkt hier liegt. Dann versteuert Spanien dein weltweites Einkommen.
Der IRPF ist progressiv und setzt sich aus einem staatlichen und einem regionalen Teil zusammen. Deshalb gibt es keine einheitliche Tabelle für ganz Spanien – wo du wohnst, entscheidet mit.
Wer als Arbeitnehmer nach Spanien zieht, kann unter Bedingungen sechs Jahre lang pauschal mit 24 % besteuert werden – auf Arbeitseinkommen bis 600.000 € im Jahr. Ausländische Kapitalerträge bleiben dabei weitgehend außen vor.
Der Antrag (Modelo 149) muss innerhalb von sechs Monaten nach der Anmeldung bei der spanischen Sozialversicherung gestellt werden. Diese Frist ist nicht verlängerbar – wer sie verpasst, hat das Regime für immer verloren.
Wenn du im Ausland Vermögen über 50.000 € hast – Konten, Depots, Immobilien, Lebensversicherungen – musst du das jährlich melden. Für Deutsche mit einem Konto und einer Wohnung in Deutschland ist das der Regelfall, nicht die Ausnahme.
Drei Kategorien: Konten, Wertpapiere, Immobilien. Meldepflicht ab 50.000 € je Kategorie.
Die Strafen sind drastisch: mindestens 10.000 € pro nicht gemeldetem Posten, bei verspäteter Meldung bis zu 150 % des Werts. Der EuGH hat 2022 Teile des Sanktionsregimes gekippt, die Meldepflicht selbst besteht unverändert weiter.
Spanien erhebt eine jährliche Steuer auf das Nettovermögen. Der Freibetrag liegt bei 700.000 € plus 300.000 € für die selbstgenutzte Hauptwohnung, die Sätze zwischen 0,2 und 3,5 %.
Bei Immobilienbesitz, Firmenanteilen oder größerem Kapitalvermögen ist eine Beratung vor dem Umzug keine Kür. Die Entscheidung, in welche spanische Region du ziehst, hat steuerliche Folgen, die sich danach nicht mehr korrigieren lassen.
In deinem Plan
Steuerliche Folgen klärenDieser Schritt steht in deinem persönlichen Plan – dort hakst du ihn ab, mit Frist, die sich nach deinem Umzugsdatum richtet.
Zu meinem Plan →Wie es bei anderen lief
Für Spanien hat noch niemand einen Bericht geschrieben. Du wärst der Erste.
Die Angaben hier beziehen sich auf einen Wegzug aus Deutschland. Für Österreich und die Schweiz gelten bei Abmeldung, Krankenversicherung und Steuern teils andere Regeln.
Quelle und Prüfdatum stehen am Ende des Kapitels. Behördenwege, Fristen und Beträge ändern sich – verbindlich ist immer die Auskunft der zuständigen Stelle. Dieser Guide ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.